Diabetes mellitus Typ 2
Bei Diabetes mellitus Typ 2 handelt sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung. Das blutzuckerregulierende Hormon Insulin ist entweder in zu geringen Mengen vorhanden oder dessen Wirkung ist gestört. Folglich kann Glukose (Traubenzucker) nicht mehr ausreichend bzw. gar nicht mehr als Energielieferant in z.B. Muskelzellen aufgenommen werden. Bei längerfristig schlecht eingestelltem Diabetes mellitus werden Schäden an Blutgefäßen und Nervensystem verursacht. Um dies zu verhindern ist der ständige Kontakt zum Arzt notwendig.
Die Krankheit wird durch einen erhöhten Blutzuckerwert im Rahmen einer Blutabnahme festgestellt. Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn wiederholt Blutglucosekonzentrationen im Vollblut nüchtern ≥ 126 mg/dl oder nach Glucosebelastung ≥ 200 mg/dl auftreten.
Weltweit hat sich indessen eine Diabetesepidemie ausgebreitet; in den österreichischen Krankenhäusern wurden 2001 rund 43.000 Frauen und Männer mit der Diagnose Diabetes mellitus behandelt. Tendenz steigend - besonders bei Kindern.
1999 wurde im Rahmen einer Erhebung durch die Statistik Austria festgestellt, dass in diesem Jahr rund 167.000 Menschen in Österreich an Diabetes mellitus (Typ 1 und 2) erkrankt sind, bis zum Jahre 2050 rechnet man mit mehr als 80.000 Neuerkrankungen. (Österreichischer Diabetesbericht 2004)
Ursachen/Hauptrisikofaktoren
- Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken.
- Genetische Anlage: spielt eine Rolle; das genaue Ausmaß ist jedoch noch unklar.
- Adipositas/Übergewicht
- Metabolisches Syndrom
- Lebensstilfaktoren
- ERNÄHRUNG
- Alkohol
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Niedriges Geburtsgewicht
[Quelle: Österreichischer Diabetesbericht 2004]
Was müssen Diabetes mellitus Typ 2-Patienten bei der Ernährung beachten?
Grundsätzlich wird Diabetikern keine andere Ernährung als der gesunden Bevölkerung empfohlen. Wenn Familie und Freundeskreis sich ausgewogen ernähren, ist eine Unterscheidung im Ernährungsverahlten nicht notwendig.
Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung sind folgende Punkte zu beachten:
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Bedarfsgerechte Energiezufuhr (mehrere kleinere Portionen)
- Richtiges Nährstoffverhältnis (55% Kohlenhydrate, 30% Fett, 15% Eiweiß)
- Gesamtfettaufnahme senken und auf die Fettqualität achten - mehrfach ungesättigte Fettsäuren bevorzugen, gesättigte Fettsäuren meiden
- Kohlenhydrat-, mineral- und ballaststoffreiche Kost (Vollkornprodukte sind besonders geeignet)
- Geringe Cholesterinzufuhr
- Einschränkung des Alkoholkonsums (Männer: max. 0,5l Bier oder 0,25l Wein; Frauen: max. 0,25l Bier oder 1/8l Wein)
Kohlenhydratreiche Lebensmittel, die bevorzugt werden sollten:
- Getreide und Getreideprodukte
- Kartoffeln
- Hülsenfrüchte, Mais
- Milch und Milchprodukte (fettarm!)
- Obst und Obstsäfte
- Div. Gemüsesorten und Gemüsesäfte
Gemieden werden sollten:
- Zucker und Zuckerwaren: Haushaltszucker, Schokolade, Bonbons, Marmelade, Honig, ...
- Zuckerhältige Milchprodukte: herkömmliches Fruchtjoghurt, Topfencremespeisen, Eis, ...
- Backwaren: Mehlspeisen, Kekse, Krapfen, ...
- Getränke: Limonaden, Fruchtsäfte, Liköre, ...
- Dörrobst, gezuckertes Dosenobst, ...
Speziallebensmittel für Diabetiker sind überflüssig.
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